Ab wann gilt Impotenz als Erkrankung?

Eine erektile Dysfunktion muss nicht immer gleich eine Erkrankung darstellen. Es gibt bestimmte Faktoren, die dies auch zeitlich bedingen können. Doch ab wann wird die erektile Dysfunktion zum Problem?

Was ist eine erektile Dysfunktion?

Wenn der Penis nicht ausreichend zur Erregung geführt werden kann oder die Erregung nicht bis zum Orgasmus gehalten wird, dann bezeichnet dies eine erektile Dysfunktion. Dies bedeutet lediglich, dass die Erschlaffung des Penis vor dem Orgasmus stattfindet und der Geschlechtsakt nicht vollzogen werden kann.

Im Alltag kann diese Situation jeden Mann einmal treffen. Auch wenn alles in Ordnung scheint, so ist das vermeintliche Versagen im Bett kein Drama. Sofern es nicht zu oft passiert. Besonders in den heißen Sommermonaten ist der Kreislauf häufig so belastet, dass eine Erektion nicht aufgebracht werden kann. Stress, großer Verlust von Flüssigkeit und Erschöpfung spielen dann ebenso eine Rolle.

Ein Mann ist wegen einer misslungenen Erektion nicht direkt als impotent zu bezeichnen. Im Gegenteil, es handelt sich lediglich um den Schutzmechanismus des Körpers, dass keine Überlastung provoziert wird.

Eine erektile Dysfunktion wird erst dann zum Problem, wenn sie über einen längeren Zeitraum besteht. Im medizinischen Bereich muss eine Dysfunktion erst dann behandelt werden, wenn mehr als 70% der Erektionen innerhalb von sechs Monaten nicht mehr aufrechterhalten werden können oder aber die Erektion nicht zu Stande kommt.

Ursachen

Die Ursachen für diese dauerhafte Erkrankung können dabei vielfältig sein. Neben der psychischen Belastung, die mit 10% zu Buche schlagen, liegt der Hauptanteil in organischen Ursachen. Erkrankungen wie massive Adipositas, Gefäßerkrankungen, Durchblutungsstörungen oder Diabetes können dabei eine Rolle spielen.

Die erektile Dysfunktion stellt eine Folge der Erkrankungen dar, die meist erst sehr lang nach dem Auftreten der Erkrankung eintritt. Sie ist ein Symbol, dass die Erkrankung fortschreitet und der Körper in keinem guten Zustand ist.

Behandlung

Gegen diese Erkrankungsfolge hilft meist nur eine ärztliche Behandlung, die medikamentös durch den Einsatz von Medikamenten wie z.B. Sildenafil, aber auch über psychologische Maßnahmen eingeleitet werden kann. Dabei sollte immer bedacht werden, dass die Dysfunktion nur eine Folge der Erkrankung ist und damit nicht nur die Folge, sondern auch die Erkrankung selbst gut behandelt werden muss.

In den meisten medizinischen Fällen ist eine erektile Dysfunktion innerhalb von wenigen Wochen wieder behoben. Durch die Anpassung der Behandlung der Grunderkrankung oder auch die Reduktion von Stress und Belastung kann schnell geholfen werden. Nur in sehr seltenen Fällen bleibt die Dysfunktion chronisch bestehen.

Wird eine erektile Dysfunktion behandelt, dann steht in diesem Zusammenhang meist auch eine psychologische Behandlung, die eine Eruierung der weiterführenden Faktoren mit sich zieht. Oftmals ist es nicht die Grunderkrankung, die das Problem verursacht hat, sondern das geistige Leiden unter der Erkrankung. Männer und Frauen können sich gleichermaßen von Erkrankungen belasten lassen und geraten damit in einen schlechten psychischen Zustand. Durch Hemmungen gegenüber dem Partner, aber auch gegenüber dem Arzt, wird die erektile Dysfunktion verschwiegen.

Es ist wichtig zu wissen, dass eine Dysfunktion behandelt werden muss, wenn sie besteht. Nur so kann ein geregeltes Sexualleben wiederhergestellt werden.

Offenheit mit sich selbst und der Umgebung ist dabei oft der Schlüssel zur Lösung des Problems.
Quellen:

Geffers, G. (2018): Wenn der kleine Freund nicht mitspielt. Online verfügbar unter: https://www.stern.de/gesundheit/sexualitaet/medizin/impotenz-bei-maennern-wenn-der-kleine-freund-nicht-mitspielt-3153924.html, zuletzt geprüft am 24.04.2018.

Dr. med. Dirk Manski (2018): Erektile Dysfunktion: Ursachen der Impotenz. In: Online Lehrbuch für Ärzte. Online verfügbar unter: https://www.urologielehrbuch.de/erektile_dysfunktion.html, zuletzt geprüft am 24.04.2018.

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